Therapie

konservativ


Therapie der Wahl bei Acne inversa ist zweifelsfrei die radikale, ausgedehnte operative Entfernung der von der Erkrankung betroffenen Hautareale. Aufgrund der Größe dieses Eingriffes und dem damit verbundenen erheblichen OP-Trauma ist jedoch auch immer wieder nach nicht-operativen, also konservativen Behandlungsmöglichkeiten gesucht worden.
Aus den 50-er Jahren gibt es Erfahrungen mit dem Einsatz von Röntgenstrahlen. Auf Grund möglicher Langzeitschäden an der Haut wird dieses Verfahren nur noch im Einzelfall durchgeführt.
Ablative Laserverfahren sind ebenfalls eingesetzt worden, doch auch hier ist mit einer erheblichen Narbenbildung zu rechnen. Andere Laseranwendungen zielen auf eine verminderte Schweißsekretion und damit verminderte Durchfeuchtung der Haut.
Bei den im Allgemeinen sehr ausgedehnten Narbenfeldern bei Acne inversa, hat sich die gelegentlich eingesetzte Behandlung durch Vereisung nicht durchsetzten können.
Da bekannt ist, dass zu hohe Werte für männliche Hormone das Entstehen von Acne inversa fördern können, hat man versucht, in der Therapie sogenannten Antiandrogene einzusetzen. Diese Behandlungsmöglichkeit besteht allerdings nur für Frauen und kann insbesondere dann effektiv sein, wenn vor Therapie erhöhte Werte für Androgenen vorlagen. Auf ähnliche Weise wirken die bei Männern eingesetzten 5-alpha Reduktase-Hemmer.
Die bakterielle Infektion spielt eine herausragende Rolle für die Schwere des Verlaufs der Erkrankung. Durch den Einsatz spezifischer Antibiotika lässt sich eine radikale Operation zwar nicht vermeiden, jedoch das Krankheitsbild wirksam stabilisieren.
Der prinzipiell als möglich erscheinende Einsatz von systemisch antientzündlich wirkenden Substanzen wie Immunsuppressiva hat sich auf Grund der zu erwartenden insbesondere Langzeitnebenwirkungen nicht durchsetzen können.
Der Einsatz von Retinoiden, insbesondere von Acitretin, erscheint auf Grund seiner Hauptwirkung der Hemmung überschießender Verhornung sinnvoll, insbesondere aber zur Rezidivprophylaxe, da keine Wirkungen auf bereits bestehende Narben und Abszesse zu erwarten sind.
Nach der erfolgreichen Einführung der TNF-alpha-Antagonisten in die Behandlung des Morbus Crohn, sind diese Präparate auch bei Akne inversa angewendet worden. Die ersten Fallberichte hierzu sind vielversprechend und weitere klinische Anwendungsstudien werden folgen.
Zusammenfassend existiert also eine Vielzahl von konservativen Behandlungsmöglichkeiten, bisher ist jedoch keine Möglichkeit zu erkennen, durch eine medikamentöse Therapie einen operativen Eingriff langfristig vermeiden zu können.

 

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